Erik Heitmann gewinnt Chessence-Masters

Toller Erfolg für Erik Heitmann: Der 13-Jährige hat das Chessence Masters in Willingen gewonnen. Mit vier Punkten aus fünf Runden behauptete sich Erik am Ende ungeschlagen allein auf dem Spitzenplatz – gegen durchweg passable Gegnerschaft. Der Eloschnitt des Turniers lag bei 1903. Der ESK-Youngster dürfte damit mehr als 60 Elo-Punkte hinzugewonnen haben und steuert nun bereits die 2000er-Marke an.

Erik bewies in nahezu allen Partien und Partiephasen gewonnene Reife. In Runde zwei knetete er ein Läuferendspiel zum vollen Punkt, danach demonstrierte er in Runde drei seine taktische Stärke in einem Wolgagambit – trotz knapper Zeit und noch vielen Zügen bis zur Zeitkontrolle. Nach einem schnellen Remis gegen den gleichaltrigen Theo Draude – beide kennen sich von zahlreichen DJEMs -, vollendete Erik schließlich sein Meisterstück in der Schlussrunde.

Ein Erfolg, der im Grunde schon am Abend vorher begann. Denn Erik widerstand der großen Versuchung, um 21 Uhr am Mitternachtsblitz teilzunehmen. Auch wenn es ihm in den Fingern juckte: er wusste, dass er für den Turniersieg einen vollen Punkt brauchte und obendrein noch Schützenhilfe in Form des „richtigen“ Ergebnisses an Brett eins.

Das zeitige Zu-Bett-Gehen hat sich gelohnt. Gegen Dominik Voigt, den Freund von Nationalspielerin Lara Schulze (sie gewann als Gaststarterin das Blitzturnier) spielte Erik noch einmal eine tolle Partie, mit taktischem Schneid, schönen Opfern und sauberer Variantenberechnung (siehe Diagramm unten).

„Die Jugend hat das Turnier aufgemischt“, bilanzierte der Schiedsrichter zur Siegerehrung – und Erik hat daran einen gewichtigen Anteil.

Familiär gab es sogar noch einen weiteren Erfolg zu bejubeln. Papa Thomas spielte im C-Turnier, kam dort auch auf vier Punkte, die Platz drei und damit ebenfalls den Sprung auf das Siegertreppchen bedeuteten.

Bemerkenswert auch: Mit acht Schachspielerinnen unter den 53 Teilnehmenden lag die Frauenquote bei beachtlichen 15 Prozent. Ein Lichtblick!

Text: Axel Eger

Schwarz hat soeben seinen Springer nach d7 gezogen – das ist
bereits der spielentscheidende Fehler. Weiß gewinnt mit 1. Sxf7! Txf7
2. Txf7! (2. Lxe6?! Se5) Kxf7 3. Lxe6+! Kf8 (3. …Kxe6 4. Dc4+ und z. B.
Kf6 5. Tf1+ Kg5 6. Df7 Sf6 7. Tf4) 4. Dh7! Lf6 5. Sd5 und 1:0