Überraschung am Kickelhähnchen

Ausgerechnet in großer Personalnot glückte der vierten Mannschaft der zweite Saisonsieg in der 2. Bezirksklasse Mitte – mit einem 3:1 bei der zweiten Mannschaft der SG Geschwenda/Frankenhain. Tags zuvor sah es nach der Absage von Leonard Röder zunächst noch so aus, dass wir die Fahrt mit nur drei Spielern würden antreten können. Doch dann sprang Jonas Lux beherzt in die Bresche, sagte umgehend zu und wir waren wieder komplett.

Auf dem traditionsreichen Kickelhähnchen, seit vielen Jahren Heimstätte der Geschwendaer und lange Zeit auch Austragungsort der legendären Osterblitzturniere, war das ESK-Ersatzquartett sofort auf Betriebstemperatur. Jakob Schumann musste nur die Geschenke des Gegners annehmen und konnte sich am Ende das Matt aussuchen – das war die schnelle Führung. Demir Kaan Ali spielte mit Weiß einen soliden Londoner und spießte im beginnenden Mittelspiel eine Figur des Schwarzen auf. Allerdings stand sein König etwas luftig, so dass er das gegnerische Remisangebot lieber annahm – zumal es an den anderen Brettern auch nicht schlecht aussah.

Jonas Lux spielte nämlich eine tolle Partie. Mit Schwarz sizilianisch-sauber aus der Eröffnung gekommen, holte er sich auf a1 die Qualität und zusätzlich einen Bauern ab. In der Folge stand der Achtjährige gegen seine vier Jahre ältere Kontrahentin jederzeit besser. Fehler machte er keine, seine Gegnerin aber auch nicht und als beide Seiten kein Durchkommen mehr sahen, reichte man sich die Hände. Damit waren zwei Brettpunkte und zumindest schon mal ein Mannschaftspunkt unter Dach und Fach und Jonas hatte seine Feuertaufe bestanden.

Am längsten musste Jonas Bach mit den weißen Steinen am Spitzenbrett kämpfen. Nachdem er in der Eröffnung einen Bauern eingebüßt hatte, hielt er den hartnäckigen Gewinnbemühungen des Gegners stand. Dass am Ende statt des erhofften Remis sogar ein voller Punkt im Spielbericht stand, hatte er allerdings Schachgöttin Caissa zu verdanken. Vor die Alternative gestellt, die Damen zu tauschen oder dem Angebot auszuweichen, entschied sich Jonas‘ Gegner für ein Schachgebot, mit dem er einzügig die eigene Dame einstellte. Aber Glück hat bekanntlich nur der Tüchtige. Damit waren nach rund zweieinhalb Stunden die Überraschung und die Gewissheit perfekt: die vierte Mannschaft kann auch mit Ersatzspielern gewinnen.

Text und Fotos: Axel Eger

Tolle Premiere: Jonas Lux (8) holte ein sicheres Remis gegen Layla Strauß.

Müheloser Sieg: Jakob Schumann (rechts) gegen Thorwald Hahn.

Solide mit Weiß: Demir Kaan Ali (vorn) gegen Roland Hahn und
Jonas Bach (hinten links) gegen Wolfgang Kümmerling.

Seit die Gaststätte geschlossen ist, beherbergt das Kickelhähnchen nur noch den
Jugendclub und steht ansonsten leer.

Immerhin bleibt den Schachspielern ein kleiner, aber feiner Raum.