Eine Nummer größer durfte es diesmal sein: Wie schon im vergangenen Jahr nahm ESK-Nachwuchstalent Erik Heitmann am Münsterland-Open teil. Kurzfristig entschied sich der 13-Jährige vor Beginn der 43. Auflage des Traditionsturniers nach Rücksprache mit seinem Heimtrainer Joachim Brüggemann für einen Wechsel vom B- ins deutlich stärker besetzte A-Open.
Dort warteten einige dicke Brocken auf den jungen Erfurter. Sämtliche Gegner waren nach Rating stärker einzuschätzen, darunter auch drei Titelträger. Aus den Partien gegen zwei WFM holte Erik immerhin ein Remis. Gegen IM Uwe Kersten musste er sich geschlagen geben. Zu den Höhepunkten zählte sein Sieg gegen den Schweizer Martin Leutweyler (Elo 2064). Am Ende standen drei Punkte aus neun Partien zu Buche. Ob der Wechsel ins A-Open die richtige Entscheidung war, daran kamen Erik zwischenzeitlich durchaus Zweifel. Doch die Erfahrungen gegen die starke Konkurrenz dürften für seine weitere schachliche Entwicklung wertvoll sein.
Dass ihm das Spiel mit kürzerer Bedenkzeit liegt, bewies Erik einmal mehr beim Blitzturnier. Nach sieben Runden lag er mit starken fünf Punkten in der Spitzengruppe. Schließlich belegte er mit sieben Zählern aus 13 Partien einen guten 23. Platz unter 58 Teilnehmern.
Neben dem Schach kam auch der Spaß nicht zu kurz. Gemeinsam mit Freunden aus Eisenach und Arnstadt, die Erik aus dem Jugendbereich kennt, gab es gesellige Abende und einen Schwimmbadbesuch.
Ebenfalls in Münster am Start war Eriks Papa Thomas Brand, der im Challenger-Turnier mit 2,5 Punkten aus drei Partien zunächst einen glänzenden Start erwischte. Anschließend brachten ihn zwei selbst verschuldete Niederlagen durch taktische Ungenauigkeiten und einen vorschnellen Zug um eine bessere Platzierung. Am Ende erreichte er 3,5 Punkte aus sieben Runden.
Für Erik ging es nach dem Turnier ohne große Verschnaufpause weiter: Unmittelbar nach der Rückkehr stand das Thüringenliga-Punktspiel des Erfurter SK II beim SC Suhl an, bei dem er mit einem Remis einen wichtigen halben Punkt zum Mannschaftserfolg beisteuerte.
In folgender Stellung aus der Drittrundenpartie in Münster hatte Weiß gerade mit Se4? (statt Ta1!) das drohende Damenschach auf b1 abgewehrt.
Leutwyler – Heitmann
Erik zog mutig 1. …Th1+ – und wurde belohnt. Nach 2. Kxh1 Dxe4+ 3. Kg1 Dxd4 griff Weiß mit 4. dxe3?? (4. Dxd4 =) fehl. Denn nun besaß Schwarz nach 4. …Dxc4 5. bxc4 Tb8 dank des Freibauern ein gewonnenes Turmendspiel. Es folgte noch 6. Ta2 b3 7. Tb2 Ke7 8. Kf1 Kd6 9. Ke2 Kc5 10. Kd3 Kb4 11. Kd2 Kxc4 12. Kc1 Kc3 13. Te2 Ta8 14. Kb1 Ta2 15. Te1 Txf2 16. Tc1+ Tc2 und Weiß gab auf

Noch vier Züge bis zum Sieg: Gleich zieht Erik den schwarzen Turm nach a8.

Bei einem Aufenthalt in Münster durfte ein Besuch bei Schach-Niggemann natürlich nicht fehlen.
Text: Axel Eger / Fotos: Jürgen Heß, Thomas Brand.

