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Erfurter Schachklub   Schnellschach in Wittenberge
13.09.2016 von Klaus Steffan

von Christian Troyke

Genau eine Woche vor dem Mannschaftsturnier in Hoyerswerda spielte eine kleine aber feine Delegation vom ESK beim Schnellschachturnier in Wittenberge. Doreen und ich wurden schon mehrfach von unseren Schweriner Schachfreunden dazu eingeladen. Zwei Dinge sprachen bisher immer dagegen - einerseits findet zum selben Termin ein gut besetztes Open in Franken statt (früher Nürnberg, nun Fürth), andererseits liegt Wittenberge weit weg, von Erfurt aus betrachtet gefühlt fast in Dänemark. Trotzdem haben wir uns diesmal nach Wittenberge aufgemacht, Olaf am Samstag aus Berlin kommend mit dem ICE (Fahrtzeit weniger als eine Stunde - die Hauptstädter sind also doch immer noch begünstigt), Doreen und ich am Freitag Abend mit dem Auto aus Erfurt. Da es auf dieser Strecke kaum Autobahnen gibt, dauerte die Fahrt locker mehr als 3 Stunden. Aber dafür erlebt man aber was! Wann kommt man denn schon mal in solche Ecken wie dem Mansfelder Land? Pittoreske Landschaften...
Die Frage wie der Samstag zu verbringen sei war schnell geklärt, es sollte ein Ausflug nach Schwerin sein. Da waren wir noch nie, hatten aber viel Gutes gehört. Auch hier kaum befahrbare Autobahnen (die, die es Richtung Schwerin gibt, ist mehr so ein Flickenteppich, immer mal wieder ein paar fertige, offene und befahrbare Abschnitte, aber nach etwa 5 km wird man sofort wieder runter geschickt und landet auf der selben Bundesstraße auf der man vorher gefahren war). Egal, kurz nach überqueren der Landesgrenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern machte sich die kurz bevorstehende Landtagswahl massiv bemerkbar - an jeder Vertikalen, wie Bäume und Straßenlampen, hingen Unmengen an Wahlplakaten. Das macht Meck-Pom zwar um einiges bunter, war aber aufgrund der Art der um Stimmen werbenden Parteien trotzdem gewöhnungsbedürftig.
Kurzer Zwischenstop in Ludwigslust (unter Fachleuten LuLu genannt), da ein Flohmarkt von mir entdeckt wurde. Da kann ich einfach nicht wiederstehen und es hat sich wirklich gelohnt. Hier ein kleiner Auszug der für kleines Geld erworbenen Schätze: Bierkrug (ca. 125 Jahre alt), Ölgemälde, Pillendose, böhmisches Glas (handgeschliffen), ein paar kleine Vasen, Sahnekännchen (ca. 150 Jahre alt). Braucht man zwar alles nicht wirklich, aber was solls - wenn der "Bares gegen Rares"-Jagdinstinkt durchkommt...
Schwerin hat sich dann auch tatsächlich als die schöne Stadt herausgestellt als die sie uns angepriesen wurde. Hiermit an alle Zauderer - fahrt mal hin, es lohnt sich.
Nachmittags dann wieder zurück nach Wittenberge, da wir gegen 18:00 Uhr in der Kneipe von Carsten Dittrich erwartet wurden. Carsten ist einer der Hauptorganisatoren des Schachturniers und hatte am Abend vorher zu einem lockeren Beisammensein geladen. Wir waren auch alle locker beisammen, also es plötzlich gegen 21:30 Uhr hieß es finde nun ein Blitzturnier statt. Und es kamen tatsächlich 20 Spieler zusammen...phu also 19 Runden. Das klingt nach Fettbemmen-Dimensionen (für Nicht-Insider: das ist das Turnier Anfang jeden Jahres bei Medizin Erfurt). Auch die Besetzung war ganz gut (3 IM, 1 FM & ein paar Blitz-Hechte). Olaf und mir gelang es das Blitzturnier gemeinsam punktgleich zu gewinnen. Ein gutes Omen? Als Special Guest kam dann noch GM H. Teske am Abend hinzu ,der scheinbar auch ein Stück vom Preisgeldkuchen am nächsten Tage abhaben wollte.
Kurz zum eigentlichen Turnier (alle Ergebnisse und Fotos finden sich hier: http://www.lsvmv.de/turnierseite-des-lsv-mv.php?section=eugen_engel_gedenkturnier_wittenberge). Turnierfavorit Teske gewann relativ locker, IM Lagunov wurde ebenso sicher Zweiter. Um den dritten Platz gab es schon ein größeres Gedrängel, welches ich aufgrund meiner guten Wertung für mich entscheiden konnte. Die letzten 3 Runden waren davon ausschließlich kurze Remisen (Teske, Olaf und Spivak). Bei Olaf fehlte ein halber Punkt für eine bessere Platzierung und Doreen ließ sich den Frauenpreis leider aufgrund einer kurzzügigen Niederlage in der letzten Runde durch die Lappen gehen.
Trotzdem war es alles in allem ein sehr schönes Turnier, wenn auch anstrengendes Wochenende. Ein ausdrücklicher Dank geht an Carsten und Wolfgang Westphal für die super Organisation sowie an die Küche (super Buletten, Karsten Schulz hat 6 davon verdrückt). Mal sehen ob wir die Weltreise nächstes Jahr wieder auf uns nehmen, vielleicht ist die Autobahn ja dann hier und da auch schon fertig. Ach ja, eins noch - eine gute Generalprobe bringt dann natürlich eine Katastrophe in der Premiere mit sich - siehe den Bericht von Thomas Casper zu Hoyerswerda und meinen grottenschlechten Abschneiden ebenda.

Christian Troyke


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